MATHIAS HARTMANN                      












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ARTAUD'S VOICE

Text, Audio, Silkscreen Print, Photography Georges Pastier | 67 x 64 cm  | 2014

Die Arbeit "Artaud's Voice" ist in der Auseinandersetzung mit den Schriften des französischen Dichters und Schauspielers Antonin Artauds entstanden. Durch den auffälligen Wechsel seiner Schriften zwischen Dichtung und Theorie bewegt sich Artaud vor allem auf der Schwelle zur Literatur. In dieser Wechselbestimmung entwickelt Artaud zunächst einen Bezug seines poetischen Schreibens zu seinem theoretischen Denken. Immer wieder gelangt Artaud an einen Punkt des Scheiterns. Er sieht sein Scheitern vor allem an der Unmittelbarkeit im Ausdruck des geschriebenen Wortes. Deshalb vertieft er den Ausdruck durch Geste und Wortklang in seinem Theatermodell und in seinen folgenden Schriften. Durch die Substitution des Wortes durch Geste unternimmt der Dichter einen Versuch, die Problematik der Autorenschaft zu lösen. Er beschreibt die Geste auch als double (Doppelgänger). Diese beeindruckende Entwicklung Artauds erscheint in den aus dem Jahre 1947, während seines Aufenthalts in der Anstalt von Rodez entstandenen gestischen Fotografien von Georges Pastier, verdeutlicht. Ursprünglich dokumentieren diese Fotografien vor allem Artauds Auftreten in dieser Zeit und umkreisen seine spätere spirituelle Haltung. Diese Fotografien, sowie Textauszüge aus den Werken "Mexiko" und "Briefe aus Rodez" (siehe Anhang) dienen als Grundlage der Arbeit "Artaud's Voice". Die im Siebdruck überlagerten gestischen Darstellungen des Dichters formen zusammen eine Bewegung der Hände, die den Rückzug in sich selbst verdeutlicht und den bloßen gestischen Ausdruck hervorhebt. Artaud wird durch die eigefrorene Bewegung und die Transparenz seiner Silhouetten zu seinem eigenen Doppelgänger. In der Arbeit geht es dennoch weniger um ein Portrait Artauds, sondern vielmehr um die Problematik des unmittelbaren Ausdrucks durch Schreiben und die Wirkung des Schreibens auf die bildende Kunst. Die ausgewählten Textauszüge verdeutlichen dieses Spannungsverhältnis. Der Titel der Arbeit stellt Bezug zu diesen Texten her. Ist das geschriebene oder gesprochene Wort in der Arbeit abwesend oder sogar vollständig auflöst?

Artauds_Voice01














lo kundam
a papa
da mama
la mamama
a papa
dama

lokin
a kata
repara
o leptura
o ema
lema

o ersti
o popo
erstura

o erstura
o popo
dima










 Artaud, Antonin. Anthology “Shit To The Spirit”. City Lights Books 1965 









rai da kanka da kum
a kum da na kum vönoh

sana tafan tana
tanaf tamafts bai








Artaud, Antonin. Mexico “Eine Bemerkung über den Peyotl.” Matthes & Seitz 1992 
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